Liebe Blogleser,
seit geraumer Zeit ist auf Facebook & Co. ein Fülle an Fotos im Vintage-Style zu sehen, die mit einem iPhone und einem Instagram-App geschossen wurden. Da ich kein Apple-User bin, mir die Bilder aber trotzdem gefallen, habe ich mir überlegt, wie man aus einfachen Fotos und Photoshop diesen Instagram-Look adaptieren könnte. Ich bin dabei folgendermaßen vorgegangen, in dem ich zunächst ein möglichst neutrales Foto zugrunde gelegt habe und dieses dann Ebene für Ebene in die Richtung des gewünschten Looks verändert habe.
Hier das Ausgangsfoto (Freiburger Hbf):

Schritt 1:
Nachdem das Foto gerade ausgerichtet und quadratisch beschnitten wurde, habe ich auf einer Ebenenkopie den photoshopeigenen Rauschfilter in der Stärke von ca. 20 % angewendet. Die Ebenen habe danach ich mit Strg+Shift+Alt+E auf eine neue Ebene zusammengefasst und mir eine Kreisauswahl ins Bild gezogen. Die Auswahl habe ich umgekehrt und eine weiche Kante von 250px definiert. Warum? Weil ich auf dieser Ebene den Gaußschen Weichzeichner als Randumschärfe anwende: Stärke ca. 6px. Bis dahin sieht das dann so aus:

Schritt 2:
Weiter geht es mit den Tonwerten, die für den Instagram-Look enorm wichtig sind. Zunächst habe ich mich dabei an die Gradationskurven gemacht und dort in den oberen und unteren Tonwerten eine recht krasse S-Kurve gezogen, damit die Tiefen etwas zulaufen und die Lichter ein wenig ausfressen. Danach kommt eine ganze Reihe an Tonwertkorrektur-Ebenen. Fangen wir mit der ersten an: hier ging es mir nur um die Erhöhung der mittleren Tonwerte, um das Bild insgesamt ausgewogen aufzuhellen (Wert: 1,74). Die nächste Tonwertkorrektur betrifft lediglich den Tonwertumfang in den Tiefen, damit das Bild kontrastärmer wird (Wert: ca. 50). Mit der dritten Tonwertkorrektur erzeugen wir eine Vignette, wodurch der Rand stark abgedunkelt wird. Dabei gehen wir so vor: Wir ziehen uns wieder eine Kreisauswahl ins Bild, kehren die Auswahl um und definieren eine weiche Kante von 150px. Dann eröffnen wir eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur, wodurch automatisch unsere Auswahl übernommen wird. Die Tiefen setzte ich auf einen Wert von ca. 60, die Mitteltöne auf einen Wert von ca. 0,31. Voilà – wir haben eine Vignette. Nach Abschluss dieser Korrekturen sieht das Bild dann so aus:

Schritt 3:
Zu guter Letzt kümmern wir uns noch um den Farblook, der ebenfalls wesentlich ist für diesen Vintage-Style. Als erstes reduzieren wir mit einer Einstellungsebene “Farbton/Sättigung” die – na was? – genau: die Sättigung, und zwar auf den Wert von ca. -70. Unsere nächste Einstellungsebene ist die Farbbalance. Hier erhöhen wir die Cyan- und Blauwerte auf ca. 30 bei Cyan bzw. 15 bei Blau. Wenn wir diese Farbgebung aber nicht über dem gesamten Bild haben möchten, nutzen wir das Verlaufswerkzeug, ziehen uns einen Verlauf und maskieren damit die Farbveränderung teilweise wieder aus, so dass die Farben nur im oberen Drittel des Fotos zur Geltung kommen. Danach legen wir eine weitere Farbbalance-Ebene an und bringen mit einem Wert von ca. 8 mehr Magenta ins Bild. Wir ziehen zwei Verläufe auf der Maske, damit diese Farbe nur im mittleren Drittel erscheint. Im Grunde genommen war´s das schon.

Um das Ganze besser nachvollziehbar zu machen, zeige ich hier noch den Ebenenstapel:

Um den Look noch weiter zu perfektionieren kann man z.B. noch einen innen abgerundeten Rahmen um das Foto ziehen. Selbstverständlich sind alle Angaben und Herangehensweisen variabel und bitte nicht als absolut zu verstehen. Falls euch das kleine Tutorial gefällt, bastelt doch auch mal was in der Art. Ich freue mich über eure Rückmeldungen, vielleicht sogar mit Bildbeispielen…
Hier noch meine Endversion:

Damit wir uns nicht falsch verstehen: nichts geht natürlich über den original-analogen Look der Polaroid Instagram-Fotos. Dennoch kommt man mit digitalen Mitteln dem Style relativ nahe. In diesem Sinne – bis demnächst…
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