Werte Blogleser,
zugegeben: der Titel des heutigen Artikels ist durchaus provokativ und wird bei einigen Lesern Kopfschütteln und Unverständnis verursachen. Vielleicht werden Lightroom-Fans böse Kommentare schreiben oder mich gar lynchen wollen. Aber sei´s drum. Ich bin ja hier der Chef und darf ausposaunen was ich möchte.
Warum Lightroom überflüssig ist und von meinem Rechner wieder verschwunden ist, erläutere ich in aller Kürze und in wenigen Worten:
Grund 1 – Stapelverarbeitung
Ich produziere keine Bilderserien aus Hunderten von Fotos mit ein und derselben Kameraeinstellung und identischen Lichtverhältnissen. Falls doch: mit Adobe Camera Raw kann ich beliebig viele Raw-Dateien genauso schnell und effizient für Adobe Photoshop vorbereiten, wo dann der Hauptteil der Bearbeitung stattfindet. Wozu also Lightroom?
Grund 2 – Struktur
Lightroom ist nicht übersichtlich konzipiert. Eine intuitive Bedienung ist nahezu unmöglich. Lightroom hat ein völlig anderes Grundgerüst als z.B. Photoshop. Ich möchte mich nicht wochenlang in eine neue Software einarbeiten. Ich nutze meine Zeit besser, in dem ich fotografiere und die Bilder ordentlich in Photoshop entwickle. Wozu also Lightroom?
Grund 3 – Günstige Bildbearbeitungsalternative
Stimmt. Aber nur, falls ich mit einem Bruchteil der Möglichkeiten, die Photoshop bietet, zufrieden bin. Ich persönlich bin es nicht. Wozu also Lightroom?
Grund 4 – Bildverwaltung
Mit Lightroom lassen sich größere Bildbestände unter Zuhilfenahme von Bibliotheken, Katalogen, Stichwörtern usw. verwalten, was die Suche nach bestimmten Bildern verkürzt. Ich selbst habe eine für mich passende Verwaltungsstruktur mit klar benannten Ordner- und Dateibezeichnungen. Damit weiß ich jederzeit, wo ich welches Foto finde. Wozu also Lightroom?
Grund 5 – Bildbetrachtung
Lightroom stellt Bilder übersichtlich dar und man kann zwischen unterschiedlichen Ansichten wählen. Adobe Bridge macht im Prinzip nichts anderes und ist in Photoshop integriert. Wozu also Lightroom?
Grund 6 – Tethered Shooting
Mit Lightroom lässt sich die Kamera fernsteuern und Bilder können während eines Shootings direkt auf dem Rechner angezeigt werden. Mit Software von Kameraherstellern wie z.B. Canon EOS Utility erhalte ich in Verbindung mit der Bridge dieselbe Lösung. Wozu also Lightroom?
Fazit:
Wenn ich also Photoshop besitze, verfüge ich automatisch über die Bordmittel Bridge und Camera Raw. Damit kann ich alle wichtigen Aufgaben erledigen, was das Post Processing erforderlich macht. Klar: Photoshop kostet ne Stange Geld. Warum sollte ich aber weitere 300 Euro regulär für eine Software ausgeben, die nicht wirklich notwendig ist?
Es gibt sicher individuell berechtigte Gründe für die Nutzung von Lightroom. Wenn ich mir Photoshop z.B. nicht leisten kann oder will und damit zufrieden bin, an meinen Fotos nur geringe Optimierungen vorzunehmen, lohnt sich dieses Progrämmchen. Leider fallen mir keinerlei weitere ernstzunehmende Gründe für eine solche Anschaffung ein.
So, und nun steinigt mich, belehrt mich eines Besseren oder ergänzt meine Ausführungen.
In diesem Sinne – bis bald…






und der 7. Grund wäre: Es läuft nicht unter Linux
Du hättest dann doch vielleicht schreiben sollen “wenn man Photoshop sein eigen nennt, ist Lightroom überflüssig”
die Gründe dafür sind meist in der Umkehrung der von dir genannten Gründe dagegen zu finden. Wer wie ich
- keine umständlich Ordnung und Struktur auf der Platte hat,
- wer oft viele Bilder mit dem gleichen Look & Feel erstellt,
- oft sehr viele Bilder “mal eben” fürs Web und für den Druck erstellt,
für den ist LR das Arbeitsmittel schlechthin. Seit LR nutze ich CS sehr selten.
ach und … LR ist sehr übersichtlich struktiert, zugegeben anders als CS, jedoch intuitiv bedienbar und auch mit reichliche Shortcuts ausgestattet.
Nachvollziehbar. Damit ok. Für Dich.
Bei Nikon ist das Programm zum Fernsteuern per USB kostenpflichtig.
Und meine Bildersammlung ist privat motiviert und mit einer Datenbank deutlich schneller zu durchsuchen.
Nur das Entwickeln Modul. Hab halt Capture NX2
Bei LR hat jeder seine Pro & Cons. Und ist auch gut so.
Hehe … Wirklich sehr provokativ, aber: Jedem das Seine – mir mein Lightroom!
Du hast zu jedem Punkt ja auch die Vorteile von Lightroom genannt, somit muss das jeder für sich selbst entscheiden was er denn zur Bildbearbeitung und Verwaltung verwendet … Ich kann und will nicht auf Lightroom verzichten und erledige 95% meiner Bildbearbeitungen dort. Nur selten sehen Bilder Photoshop.
Dann will ich auch mal provozieren: wir zwei schnappen uns mal die Bilder einer Ganztages-Hochzeit. Sagen wir mal 1500 Aufnahmen auf CF. Wir uns hin und kopieren, organisieren und bearbeiten die Bilder. Der Kunde erwartet mind. 50% der Aufnahmen. Bei diesem Beispiel bin ich mit meinen Bildern komplett mit der Bearbeitung fertig, wo Du noch fleissig am öffnen und schliessen in Photoshop, Bridge, DPP, etc. bist … Und die Bearbeitung ist mindestens so stimmig wie Deine …
Es kommt immer auf den Anwendungsfall an … der eine brauchts, der andere eben nicht.
Gruss, Micha …
@Micha:
danke für deinen Kommentar. In Sachen Hochzeitsfotografie gebe ich dir recht. Da bist du mit Sicherheit schneller.
Und ja – die Vorteile von Lightroom habe ich ganz bewusst genannt, da die Software für bestimmte Zwecke natürlich seine Daseinsberechtigung hat. Und die Provokation würde nicht funktionieren, wenn ich nicht auch die andere Seite benennen würde. Sonst wär´s dann doch zu platt.
Hallo Wolfgang…
ich bin selber bekennender Photoshopper und würde sicher auch gut ohne Lightroom klarkommen, aber ich muss mich trotzdem voll und ganz Michas Meinung anschließen…
Wenn es um viele Bilder geht, hast du mit Bridge, Photoshop und ACR keine Chance, genauso so schnell und effizient arbeiten zu können…
Ich kann auch definitiv nicht sagen, dass Lightroom unverständlich oder unübersichtlich ist… Eher im Gegenteil… Alles ist da wo es hingehört…
Dagegen finde ich Adobe Bridge wesentlich komplizierter…
Adobe Photoshop hingegen, ist für uns vielleicht ein Klacks, weil wir die Software auch im Tiefschlaf verwenden können, aber das ist bei Anfängern ganz sicher NICHT der Fall… Wir sind den Umgang mit Adobe Photoshop geübt… Ich nutze Lightroom aber genauso so und muss da auch nicht groß nachdenken, wo ich was finde (bei dem was ich brauche für meine Arbeit)…
Alle meine Bilder sind hinreichend mit Stichworten versehen. Innerhalb weniger Augenblicke habe ich so meine Laub-Texturen oder blonde, weibliche Modelle aus Nimwegen… (nutze das als Model-Datenbank mit Adresse, Telefonnummer und so *smile*)
Beim Shooting letze Woche oder letzten Monat, finde ich das auch im Explorer aufgrund meiner Ordnerstruktur sehr schnell, aber was ist mit Bildern aus 2006? Und wie sieht das ganze in ein paar Jahren und vielen weiteren Bildern aus?
Finde die Pro und Contras die du aufführst nicht aussagekräftig genug um es so allgemein stehen zu lassen. Für den mag das passen, für den anderen eher nicht… Aud mich trifft es eher nicht zu, was auch der Grund ist, warum ich Lightroom sehr oft nutze…
Beste Grüße
Sascha
Nette Auflistung. Man kann natürlich genau andersherum argumentieren warum man kein PS braucht und LR vollkommen ausreicht … Oder anders gesagt “Ja, Du hast recht WENN man PS eh schon hat ist LR mehr oder weniger überflüssig und ggf. nur zusätzliches Spielzeug”. Man kann sich die meisten Funktionalitäten auch durch OpenSource Software holen (z.B. digicam, darktable, etc.). Zum Glück haben wir noch die Möglichkeit immer selbst zu entscheiden
Schön, dass hier alle mehr oder weniger recht haben. Da ist nix dagegen einzuwenden..
man darf aber bei den thesen nicht vergessen das lightroom und photoshop 2 völlig verschiedene paar schuhe sind. lightroom ist im prinzip nichts anderes wie die aus analog zeiten bekannte dunkelkammer. man kann fotos bearbeiten (aufpeppen) und nicht komplett umgestalten wie es mit photoshop möglich ist.
ich habe beide programme bei mir auf dem rechner und ich mache es so das ich das bild soweit in lightroom entwickel und wenn ich dann noch hier und da ein wenig abändern will was mit lightroom nicht möglich ist dann nehme ich eben photoshop her.
ein vorteil von lightroom ist ausserdem die nicht destruktive bearbeitung wie es in photoshop ist. sprich ich mache jetzt änderungen an einem bild und ein jahr später fällt mir ein, das ich das bild doch lieber in z.b. schwarzweiss haben will. da ist es mit lightroom kein problem das bild ist noch immer im original vorhanden.
nächster vorteil ist das ich das bild nur einmal im originalformat auf meinem rechner habe da ich die änderungen an dem bild nicht auf dem bild selbst sondern in der datenbank mache.
@Jens:
Da muss ich doch mal widersprechen: Photoshop ist mindestens ebenso non-destruktiv. Denn ich kann jederzeit das Orginal als Smart-Objekt-Ebene in der PSD-Datei speichern. Damit behalte ich die Raw-Datei, ohne dass ich diese zwingend separat abspeichern muss.
Lightroom kostet einen Bruchteil dessen was PS kostet. Das kann ich mir leisten.
Für meine Belange reicht es.
….Ich möchte mich nicht wochenlang in eine neue Software einarbeiten…
Klaro Photshop lernt man auch in 2 Stunden
Ergo,
jedem das seine, mir mein Lightroom
Ich habe mir Lightroom geholt, obwohl ich auch Photoshop hatte (allerdings über den VHS-Rabatt). Möchte LR auch nicht mehr missen.
Vieles wurde schon erwähnt, von daher nur noch meine Ergänzungen, was ich sonst vermissen würde:
- Sammlungen, ich hab zwar auch eine Ordnerstruktur, über die ich mich so grundlegend zurechtfinden würde und verschlagworte auch ein wenig, aber ich finde diese Art sich Fotos thematisch zusammenstellen zu können ohne kopieren zu müssen toll, auch die Smartsammlungen
- Exportfunktionen, ich exportiere z.B. direkt aus Lightroom zu WordPress oder Google, schöne Sache
- GPS-Datenverknüpfung, zwar momentan noch per Plugin und nicht ganz so komfortabel, aber kommt ja in LR4
- Virtuelle Kopien, ok Festplatten kosten nicht mehr die Welt, aber für jede Version eine eigene PSD-Datei ist ja auch unnötig
Im Endeffekt ist es ja schön, dass es für jeden was gibt. Manchen reicht ja auch Elements …
Hallo,
ich habe bisher auch den Sinn von LR nicht verstanden. Gibt es doch nichts, jedenfalls für mich, was ich nicht auch wunderbar in Bridge erledigen kann. Warum sollte ich also zusätzlich 300 EUR ausgeben für etwas das ich bereits mit PS gekauft habe?
Ganz ehrlich, ich glaube ja das LR künstlich gehyped wird, man braucht es nicht aber wenn du es nicht hast bist du out.
Deshalb, jedem das seine aber mir kommt LR nicht auf die Platte.
Huhu, mein erster Gedanke nach dem durchlesen war: Da kennt einer Lightroom nicht und wollte sich eben, wie geschrieben, sich nicht einarbeiten.
Aber jedem seine Perspektive, da habe ich nichts zu verteidigen.
Wenn ich hunderte von Bildern nicht(!)stapelverarbeiten muss, dann bin ich mit Lightroom eben doch schneller (und mit einem Motibodo-Keyboard nochmals schneller, IMO). Wenn ich dann was machen muss, bei einigen wenigen Fotos, das Lightroom nicht kann, greife ich zu Photoshop. Vor Lightroom bearbeitete ich genau diese hunderten von Fotos mit Bridge und ACR. Seit LR raus ist, geht’s aus meiner Sicht eben doch noch etwas besser. Und wenn ich ein paar Stunden Zeit damit gespart habe, ist die Investition wieder drin.
Ich benutze die Programme beruflich, wodurch ich die schöne Situation habe, sie als Amortisation zu betrachten. Und da ist Lightroom zusätzlich zu Photoshop eine sehr lukrative Investition.
Im Grunde gebe ich dir Recht. Ich nutze vermutlich nur 10-20% der Möglichkeiten von Photoshop (lerne täglich dazu) und ärgere mich ein wenig über die ständig neuen Versionen, die regelmäßig auftauchen, doch möchte ich PS nicht missen und werde auch bei dem Systemwechsel von Windoofs auf Äppl “meinem” PS treu sein. Einziger Haken? Ich muß dann umschulen von CS4 auf die aktuellere CS5 oder 6 oder was dann so aktuell ist
grrrrrr Mein Schwerpunkt liegt in der bearbeitung des einzelnen Bildes und wenn mal eine kleine Strecke bearbeitet werden muß, dann reicht PS völlig aus.

Einen Zaunkrieg gegen LR zu führen ist natürlich Unsinn. Jeder soll nutzen, was ihm zusagt und womit er klarkommt. (es gibt ja sogar Leute, die mit einer NichtCanon und NichtNikon gute Bilder gemacht haben sollen … kann auch nur ein gerücht sein
Ich fahre lieber ein schnelles Auto, als enen Trecker, obwohl ich nicht ständig Vollgas fahren möchte
Grüße aus dem Tal
Holger der Wupperphoto
… noch ein Punkt: CaptureOne 6 Pro liefert für fast das gleiche Geld um Längen mehr Umfang und einen um 100% besseren RAW-Konverter.
@Blendwerk:ok da hast du recht aber die “gefahr” ist hier das es einmal falsch speicher und dann ist essig
Beide Programme bieten ihre Vorteile aber auch nachteile und es kommt letzlich drauf an was ich mit dem Bild was ursprünglich mit der kamera geschossen wurde erreichen will, bzw. wieviel mußwill man noch nach bearbeiten
Ich seh da keinen einzigen Grund, warum es überflüssig ist, sondern nur 6 Gründe, warum du es nicht brauchst.
Hi, hatte auch mal Lightroom aufem Rechner ne Test Trail. Es ist ein sehr brauchbares Programm aber wenn man wie in meinem Fall PS CS 5 aufem Rechner hat benötigt man kein Lightroom
Hach, ist das nicht wunderbar, einen kontroversen Artikel zu schreiben und alle haben recht? So mag ich das
Wolfgang, nicht jeder hier hat recht. Die Angaben zu capturenx sind, sagen wir es mal so…. Am Leben und an der Wahrheit vorbei formuliert
Guten Tag auch. Alle deine ‘Gründe’ sind soweit nachvollziehbar. Man kann sich eine Bildverwaltung sparen, vor allem wenn man schon ein System hat das funktioniert. Zudem spart man dann auch etwas Geld.. ABER man kann sich das Leben auch schwer machen. Natürlich braucht es etwas Zeit bis man sich in Lightroom zurechfindet, aber im Vergleich zur Bedienung von Photoshop oder Brige geht es mit Lightroom schneller (ging mir zumindest so). Und der nächste Punkt den ich dir noch sagen will lautet: Ich glaube du hast nicht ganz begriffen wofür Lightroom konzipiert ist. Es soll werder Photoshop ersetzen, noch ein teures Brige sein. Alternativen gibt es genug und viele sind auch nicht schlecht. Es bleibt eben (zum Glück) jedem selbst überlassen
Gruß, dsgk
Ich arbeite mit Aperture: einfach, übersichtlich, effizient, und billig. Wenn’s nicht ausreicht, nehm ich noch Photoshop dazu. Aber auch kein Lightroom.
Gruss, MG