Liebe Blogleser,
viele haben sicherlich bereits registriert, dass die CS6-Suite als Box-Version die letzte ihrer Art war. Künftig wird es nur noch möglich sein, Adobe-Produkte in der sogenannten Creative Cloud zu nutzen. In den letzten Tagen habe ich einige Diskussionen im Netz verfolgt. In meiner Meinung zu dieser radikalen Veränderung bin ich einigermaßen ambivalent…

Photoshop CS7 wird es nicht mehr geben. Nutzer, die immer auf dem aktuellen Stand der Software arbeiten möchten, sind ab Juni gezwungen, auf der Cloud zu wandeln. Das bedeutet konkret, dass man Photoshop in Zukunft nicht mehr besitzt, sondern zu bestimmten Konditionen mietet. Je nach dem, ob man nun Photoshop als Einzelprodukt nutzt oder mit der ganze Suite arbeiten möchte, fallen dann monatliche Kosten an. Als Freiberufler mit täglichem Kontakt zu Photoshop & Co. dürfte das Kosten-Problem nicht ganz so groß sein. Wer behauptet, sich die monatlichen Zahlungen nicht leisten zu können, macht in seinem Business definitiv etwas falsch.
Einen klaren Vorteil sehe ich darin, dass man von Neu-Entwicklungen bei den einzelnen Applikationen umgehend profitiert und nicht erst auf eine neue Version der Software warten muss. Soweit so gut. Was ist aber mit Usern, die Photoshop nicht ständig nutzen, Bildbearbeitung nur als Hobby betreiben, dabei brav auf die legale Schiene setzen, mit der Version xy mehrere Jahre arbeiten und beispielsweise nur jedes dritte oder vierte Upgrade mitmachen? Tja Leute, ihr seid leider angeschissen. Ihr bezahlt dann monatlich einen fixen Betrag und falls ihr mal eine längere Hobbypause einlegen wollt und das Jahres-Abo kündigt, habt ihr hinterher nix! Die einzelnen Tarif-Modelle findet man übrigens hier: https://creative.adobe.com/plans
In anderen Zusammenhängen nennt man solche Geschäftsmodelle mindestens Nötigung, wenn nicht gar Erpressung. Mich selbst betrifft das eher weniger, da ich zum einen darauf angewiesen bin, auf dem neuesten Stand zu bleiben und zum anderen kann ich mir die monatlichen Kosten gerade noch zähneknirschend leisten. Aber noch mal zurück zu den Tarifen. Momentan lockt Adobe mit Sonderpreisen, die zunächst einmal gar nicht so hoch erscheinen. Wie aber sieht es nach einem Jahr aus? Oder nach fünf? Als Monopolist kann Adobe wahrscheinlich so ziemlich jeden Mondpreis verlangen – der Kunde wird schon zahlen. Alternativen zu Photoshop sind weit und breit nicht in Sicht, so dass dem Einzelnen leider nichts anderes übrig bleibt als mitzumachen, wenn er nicht bis in alle Ewigkeit auf CS6 hängen bleiben will.
Microsoft hat es mit seinem Office-Paket bereits vorgemacht. Auch dieses gibt es nur noch als Mietversion. Immerhin kann man dabei alternativ auf Open-Office zurückgreifen. Allerdings wird Adobe nicht die letzte Software-Schmiede sein, die ihre Produkte nur noch vermietet. Cloud-Dienste sind schwer im Kommen und irgendwann wird es Kaufsoftware wohl kaum noch geben.
Ich selbst werde die Entwicklung noch etwas beobachten und abwarten, werde aber wohl nicht umhin kommen, früher oder später ebenfalls in die Cloud zu wechseln.
Mich interessiert, wie eure Meinung dazu ist. Bleibt ihr bei eurer aktuellen Version? Wartet ihr ab oder steigt ihr um? Schreibt´s mal auf…
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