Liebe Blogleser,
heute stelle ich eine interessante Software vor, die ich bereits als Pre-Release-Version nutze. Und zwar geht es um die Fotostudiosimulation set.a.light 3D Studio. Das Programm wurde von elixxier Software aus Stuttgart entwickelt.

Beim Schreiben meines Buches “Posing & Modellführung im Fokus”, das im Frühjahr 2013 im Wiley-Verlag erscheinen wird, entwickelte sich mit der Zeit der Wunsch, einige ausgewählte Licht-Setups dreidimensional und möglichst detailgetreu zur Verfügung zu stellen. Bei der Recherche nach einer passenden Möglichkeit, dies umzusetzen, stieß ich auf set.a.light 3D Studio. Da ich versuche, mich von Werbetexten generell nicht zu sehr beeindrucken zu lassen, war der Download der Pre-Release-Version schnell erledigt, um mir selbst ein Bild von der Software zu verschaffen.
Die anfängliche Verwirrung über die ungewohnte Programm-Oberfläche schwand nach kürzester Zeit. Mit großem Spaß und einer Prise Faszination machte ich mich an die Reproduktion einiger Lichtsets, die ich gerne und häufig nutze.
Aber noch mal zurück auf Start. Was kann man nun mit dieser Software alles tun? Zunächst einmal richtet man sich sein virtuelles Studio anhand der Bestimmung der Raumgröße ein. Wie im realen Leben wählt sich der Fotograf seinen Hintergrund aus, platziert sein Modell und beginnt, nach Gusto seine Blitzlampen mit verschiedenen Lichtformern zu positionieren. Darüber hinaus kann man zwischen Vollformat und Crop-Kamera wählen. Man bedient sich verschiedener gängiger Objektivbrennweiten und stellt die üblichen Parameter Blende, Zeit und ISO ein.

Wozu das Ganze, wenn man nicht gerade ein Buch schreibt und Screenshots aus dem virtuellen Studio benötigt? Eigentlich ganz einfach. Studiofotografen sind mit dieser Software in der Lage, Lichtsets am Rechner aufzubauen und Bildergebnisse realistisch zu simulieren. Damit lässt sich z.B. wertvolle Zeit im Mietstudio einsparen und man braucht nicht auf die Geduld des Modells hoffen, wenn man bereits vor dem Shooting genau weiß, wie das Set aussehen soll. Darüber hinaus kann man Setpläne erstellen und exportieren oder z.B. ausgedruckt mit ins Studio nehmen, um die eigene Planung direkt vor Ort umzusetzen.
Wer jetzt meint, dass die virtuellen Blitzköpfe vielleicht höchstens ein- oder ausschaltbar sein können – weit gefehlt. Die Software-Entwickler von elixxier haben sich hier die Mühe gemacht, das Abstrahlverhalten einzelner Leistungsstufen sowie die Charakteristik verschiedener Lichtformer realitätsgetreu zu programmieren. Man merkt, dass an der Entwicklung der Software nicht nur IT- und Marketing-Leute, sondern auch echte Fotografen beteiligt sind.
Am 18.12. ist nun offizieller Release von set.a.light 3D Studio und es wird wohl noch einige Veränderungen und Ergänzungen geben. Mit dem Support konnte elixxier schon mal mehr als überzeugen. Meine Fragen wurden umgehend, ausführlich und sehr freundlich beantwortet. Ein paar Kleinigkeiten fehlen meiner Ansicht nach noch. Aber mir scheint, dass die Hersteller für sachdienliche Hinweise sehr offen sind.

Meine Wunschliste:
1. Um zu erwartende Bildergebnisse möglichst realistisch zu erfassen, ist die Grundhelligkeit des Studioraums recht gering. Manche Details werden damit etwas unübersichtlich. Hier wäre es hilfreich, wenn man wie im wirklichen Leben z.B. ein Deckenlicht bei Bedarf an- und ausknipsen könnte.
2. Schön wäre es, wenn man eine zweite Kamera zur Verfügung hätte. Die vorhandene Basiskamera platziert man logischerweise an der geplanten Aufnahmeposition. Eine zweite Kamera wäre hilfreich, damit man aus beliebig wählbaren Positionen quasi ein Making-of-Foto vom Set machen könnte. Dies würde die Übersichtlichkeit im Setplan noch erweitern.
3. Bei den Striplights und den Reflektoren fehlt bislang noch die Möglichkeit, Waben einzusetzen. Waben sind für mich wichtige Hilfsmittel bei der Lichtsetzung und damit absolut unverzichtbar.
4. Die Möglichkeit zur Bedienung mit Grafiktablett und Stift würde die Handhabung erleichtern.
Für mich ersetzt set.a.light nicht unbedingt das Ausprobieren und das Feilen an neuen Lichtsets im realen Studio. Aber ich bin auch in der glücklichen Lage, ohne zeitliche Begrenzung im eigenen Studio arbeiten zu können. Für erste Tests und vor allem zur Dokumentation von Setups ist diese Software für mich aber bestens geeignet. Den künftigen Preis für die Vollversion von 229 Euro finde ich absolut fair und gerechtfertigt, wenn man bedenkt, wie hoch der Leistungsumfang der Software ist. Wer bis zum 17.12. noch zuschlägt, erhält sogar noch einen Sonderrabatt von 25%, zahlt also effektiv etwas mehr als 170 Euro.
Ich habe bislang nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten ausprobiert, was set.a.light 3D Studio zu leisten imstande ist. Die Software ist nicht nur irgendeine Spielerei – obwohl es auch riesig Spaß macht, im virtuellen Studio zu werkeln – sondern es lässt sich damit ernsthaft arbeiten. Ich freue mich jedenfalls auf den Release ab nächste Woche. Ich vergebe hier ganz klar das Prädikat “Empfehlenswert”.
Website:
http://www.elixxier.com
Facebook:
https://www.facebook.com/elixxier
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