Liebe Blogleser,
auf mehrfachen Wunsch stelle ich heute die Frequenztrennungstechnik in der Beauty-Retusche etwas genauer vor. Allerdings habe ich mich dagegen entschieden, ein Tutortial zu verfassen, da es dazu massig Informationen im Netz gibt. Bei der Google-Suche “Photoshop Frequenztrennung” erhält man zahlreiche mehr oder weniger interessante Ergebnisse – unter anderem auch Video-Tutorials. Deshalb gehe ich nur bedingt auf die einzelnen Technik-Schritte ein.
Da ich allerdings recht unterschiedliche Workflows gefunden habe, hat es mich dann doch näher interessiert, worin die Unterschiede in den Bildresultaten liegen. Und siehe da: die Unterschiede sind gar nicht so gering. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit behaupte ich, dass es sich insgesamt um drei verschiedene Herangehensweisen handelt.
Interessant wurde es allerdings erst, nachdem ich alle drei Techniken an ein und dem selben Ausgangsfoto getestet hatte. Dazu hatte ich zunächst in meinen Archiven gekramt und mich für ein Foto aus einem Model-Sharing im Studio entschieden. Da die Gesichtshaut in der Regel am meisten Unreinheiten vorweist, habe ich den Ausschnitt des Originals entsprechend gewählt und beschnitten. Danach habe ich alle drei mir bekannten Bearbeitungsvarianten durchgeführt.
Das Ausgangsfoto:

Variante 1:
Quelle: Video-Tutorial von Vicco Gallo

1. Hintergrund-Ebene 2x kopieren
2. untere Ebene umbenennen in “weich” – Filter: Helligkeit interpolieren mit 10px
3. obere Ebene umbennen in “Hochpass” – Modus “ineinanderkopieren” – Filter: Hochpass mit 3px
4. auf Hochpass-Ebene Hautstörungen entfernen mit Stempel oder Reparaturpinselwerkzeug
5. nach Bedarf: 2 leere Ebenen zwischen unterer und oberer Ebene erstellen – 1. leere Ebene im Modus “normal” – 2. leere Ebene im Modus “Farbe”
6. nach Bedarf: Helligkeitsunterschiede korrigieren auf der Normalebene
7. nach Bedarf: Farbkorrekturen der Haut durchführen auf der Farbe-Ebene
8. nach Bedarf: Dodge&Burn
9. Ebenen gruppieren und auf schwarzer Maske wieder einpinseln
Das Ergebnis:

Sieht schon recht gut aus, aber das Ergebnis ist für meinen Geschmack zu weich und zu puppenhaft. Etwas Besserung lässt sich erzielen, indem man den Filter “Helligkeit interpolieren” mit einem geringeren Wert anwendet.
Variante 2:
Quelle: Tutorial von Jonas Wendorf

1. Hintergrund-Ebene 2x kopieren
2. untere Ebene umbenennen in “LOW” – Filter: Helligkeit interpolieren mit 10px
3. obere Ebene umbennen in “HIGH” – Modus “lineares Licht”
4. auf High-Ebene Hautstörungen entfernen mit Stempel oder Reparaturpinselwerkzeug
5. nach Bedarf: 2 leere Ebenen zwischen unterer und oberer Ebene erstellen – 1. leere Ebene im Modus “normal” – 2. leere Ebene im Modus “Farbe”
6. nach Bedarf: Helligkeitsunterschiede korrigieren auf der Normalebene
7. nach Bedarf: Farbkorrekturen der Haut durchführen auf der Farbe-Ebene
8. nach Bedarf: Dodge&Burn
9. Ebenen gruppieren
Das Ergebnis:

Dieses Resultat gefällt mir schon viel besser, da aus der Originalstruktur mehr erhalten ist. Stellenweise ist es mir aber fast schon zu grob, was aber auch daran liegen mag, dass ich hier nicht sauber genug retuschiert habe.
Variante 3:
Quelle: Calvin Hollywood

1. Hintergrund-Ebene 2x kopieren
2. untere Ebene umbenennen in “Tonwerte” – Filter: Gaußscher Weichzeichner mit 10px
3. obere Ebene umbennen in “Strukturen” – Bild, Korrekturen, Helligkeit/Kontrast: Kontrast -50 (Häkchen bei “früheren Wert verwenden”)
4. Modus “lineares Licht” – Filter: Hochpass mit 10px
5. auf Strukturen-Ebene Hautstörungen entfernen mit Stempel oder Reparaturpinselwerkzeug
6. nach Bedarf: 2 leere Ebenen zwischen unterer und oberer Ebene erstellen – 1. leere Ebene im Modus “normal” – 2. leere Ebene im Modus “Farbe”
7. nach Bedarf: Helligkeitsunterschiede korrigieren auf der Normalebene
8. nach Bedarf: Farbkorrekturen der Haut durchführen auf der Farbe-Ebene
9. Ebenen gruppieren
10. Workflow “Haut abpudern” nach Calvin Hollywood – siehe DVD Calvinize III
Das Ergebnis:

Diese Variante sagt mir persönlich am meisten zu, da sich damit eine sehr ausgeglichene Mischung aus Hautglättung und Strukturerhaltung erzielen lässt.
Um einen direkten Vergleich zu ermöglichen habe ich hier noch mal das Ausgangsfoto und alle drei Varianten zusammengefasst:

Entscheidet selbst, welche Technik euch am besten gefällt. Entschuldigt bitte meine relativ oberflächliche Bearbeitung. Mit etwas mehr Geduld und Genauigkeit lassen sich damit auf jeden Fall perfekte Beauty-Retuschen durchführen.
Ergänzungen, Korrekturen oder Fragen nehme ich gerne entgegen. In diesem Sinne – bis bald…
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