Werte Leserschaft,
heute stelle ich einen Fotografen vor, dessen Bilder mich seit geraumer Zeit faszinieren: Joachim Schmitt aus Friolzheim. Unter dem Leitspruch “Nichts ist schöner als der Augenblick” bietet Schmitt Hochzeitsfotografie der besonderen Art. Besonders deshalb, weil die Fotos qualitativ sehr hochwertig sind und eine Natürlichkeit ausstrahlen, die gerade in der Hochzeitsfotografie ihresgleichen sucht. Natürlich kocht auch dieser Fotograf nur mit Wasser. Was ihn aber zu einem außergewöhnlich guten Fotografen macht, ist sein Blick für Stimmungen und Details. Seine Fotos wirken wie Momentaufnahmen mit hoher Authentizität, bei denen man den Eindruck gewinnt, “dabei” gewesen zu sein.
Da ich davon ausgehe, dass hier wenig dem Zufall überlassen wird und seine Bilder nicht einfach dadurch entstehen, in dem er glücklicherweise zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, interessiert es mich, etwas mehr über ihn und seine fotografischen Herangehensweisen zu erfahren.

Hochzeitsfotograf Joachim Schmitt im Interview:
Hallo Joachim. Herzlichen Dank, dass du bereit bist, ein wenig von deinen Erfahrungen als Hochzeitsfotograf zu berichten. Bist du gelernter Fotograf oder „Quereinsteiger“? Seit wann fotografierst du professionell?
Ich habe die Fotografie nicht gelernt, sondern mir in den letzten Jahren selber beigebracht und hatte damit Erfolg. Also machte ich meine Leidenschaft zum Beruf. Ich fotografiere seit ca. 5 Jahren und seit 2 Jahren professionell. Erst Portraitfotografie, später Künstler- und Hochzeitsfotografie.
People-Fotografen gibt es ja wie Sand am Meer. Wie bist darauf gekommen, dich gerade für die Hochzeitsfotografie zu spezialisieren?
Wie du schon selbst angemerkt hast, gibt es in dem Bereich sehr viele Amateurfotografen, die für kleines Geld oder auch ohne Bezahlung Portraitfotografie anbieten. Daher ist es sehr schwer, ohne Agentur einen regionalen Marktanteil zu bekommen, um davon leben zu können. Die Preise sind so weit unten, dass es utopisch wäre, in dem Bereich Fuß zu fassen. Die Hochzeitsfotografie enstand durch Freunde, die mich baten, sie mal zu knipsen – was ich dann auch tat. Allerdings gefielen mir die Bilder nicht, da ich nicht die notwenige Technik besaß. Mittlerweile habe ich diese und siehe da – die Bilder sind technisch fast perfekt. Mir selbst macht es sehr viel Spass, Menschen in diesen Situationen zu fotografieren, da sie einmalige Emotionen bieten, die sie so eigentlich nirgends finden. Daher habe ich mich in dem Bereich spezialisiert, da mich die professionelle Hochzeitsfotografie sehr anspricht und natürlich auch mehr Kapital in den Geldbeutel spült.

Einen großen Teil deiner Bilder produzierst du in Schwarzweiß. Ist das jeweils deine eigene und freie Entscheidung oder machst du das nur im Auftrag deiner Kunden?
Ich liebe die Schwarzweiß-Fotografie und lehne mich da gerne an Greg Gorman an, der mich sehr inspiriert hat, was die Art der Lichtführung anbelangt. Ich empfinde Bilder in Schwarzweiß als sehr gewaltig und sehe in Ihnen eine eigene Art der Bildsprache. Daher ist meine Domäne die Schwarzweiß-Fotografie mit starken Kontrasten. Genau dafür werde ich auch regelmäßig gebucht.
Mit welcher Ausrüstung fotografierst du? Bevorzugst du bestimmte Objetive bzw. Brennweiten?
Ich besitze derzeit folgende Ausrüstung:
Canon 5D Mark II
Canon EF 70-200mm 1:2.8 L IS II USM
Canon EF 16-35mm 1:2.8 L
Sigma EX 105mm 1:2.8
Canon EF 50 mm 1: 1.8
Canon EF 35-105mm
Blitzanlage mit Hindergrundsystem (die ich aber fast nie nutze)
Canon Speedlight 580EX

Arbeitest du überwiegend mit Available Light oder nutzt du auch mobiles Blitzlicht?
Ich arbeite nur mit dem Licht das mir vor Ort zur Verfügung steht, d.h. Tageslicht oder Raumlicht. Auf Abendveranstaltungen muss ich manchmal auf das Speedlight ausweichen, denn mit ISO 6000 zu ballern sieht nicht sehr spannend aus.
Du bietest über deine Website Hochzeitsfotografie im amerikanischen Stil an. Kannst du kurz und prägnant erläutern, worin genau der Unterschied zur klassischen europäischen Variante besteht?
Die Hochzeitsfotografie wie ich sie praktiziere, ist sehr stark in den USA vertreten. Sie wirkt nie gestellt, eher romantisch und situationsbedingt. Ich lege sehr großen Wert auf authentische Bildsprache. Ein Braut sollte nicht lachen weil es der Fotograf sagt, sondern weil es eben die Situation hervorbringt.
Arbeitest du bei Hochzeiten allein oder grundsätzlich im Team bzw. mit Assistenz? Bei welcher Arbeitsweise siehst du mehr Vorteile bzw. worin bestehen diese konkret?
Ich arbeite immer alleine, damit ich meine Intuition und meine Sinne voll einsetzten kann, um die schönsten Situationen zu erkennen und letztendlich auch festzuhalten.

Deine Bilder haben einen unverkennbaren Look. Welchen Stellenwert hat für dich die Bildbearbeitung? Nutzt du Lightroom, Photoshop oder beides?
Leider geht es nicht ganz ohne Bildbearbeitung mit Lightroom oder Photoshop. Ich nutze beides, da ich nur im RAW-Format fotografiere, um später kleine Korrekturen wie z.B. Kontraste etc. auszuarbeiten.
Bei einer Hochzeitsreportage kommen ja im Lauf eines Tages eine Menge Bilder zusammen. Wie hoch würdest du im Vergleich zur Fotografie den Bildbearbeitungsanteil einschätzen?
Die Bildbearbeitung ist im Verhältnis zu einer Tages-Reportage etwa im Gleichgewicht.
Gibt es ein paar ganz heiße Tipps für angehende Hochzeitsfotografen? Worauf sollte man achten und was empfiehlt sich eher nicht?
Man sollte immer versuchen, auf die einzelnen Personen einzugehen, um die Seiten kennenzulernen, bei denen sie am schönsten präsentabel sind. Ansonsten lasst die Akteure selbst agieren und versucht, die Natürlichkeit in Ihnen darzustellen und festzuhalten, ohne Ihnen festgelegte Posen einzutrichtern. Dann gelangt man sehr schnell zu schönen Bildergebnissen.
Website:
www.joachimschmitt.com/
Facebook:
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