Liebe Leute, nach längerer Pause melde ich mich mit einem Buchtipp zurück. Und zwar handelt es sich um eine aktuelle Veröffentlichung von Uli Staiger. Der Titel des Buches: “Digitales Licht – Licht und Schatten mit Photoshop bearbeiten”.
Erschienen ist es im Herbst 2010 als Hardcover oder E-book im mitp-Verlag. Freundlicherweise erhielt ich für die Buchbesprechung ein kostenfreies Exemplar. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Verlags-Lektorin Sabine Janatschek.
Über Uli Staiger muss ich wohl nicht viele Worte verlieren. Er ist nicht nur im deutschsprachigen Raum einer der bekanntesten und einflussreichsten Fotoillustratoren. Staiger erschafft mithilfe digitaler Techniken surreale Welten, die immer wieder faszinieren und in Erstaunen versetzen. Aus seinen Arbeitsweisen macht er kein Geheimnis, sondern ist auch als Trainer, Referent und Autor tätig. Wer sich für Bildcompositing mit Photoshop und Cinema 4D interessiert kommt an diesem Künstler nicht vorbei.
Worum es in den ca. 300 Seiten dieses Buches geht, beschreibt Uli Staiger gleich zu Beginn und es ließe sich nicht besser formulieren: “Licht ist nicht alles, aber ohne Licht ist alles nichts.” Wo Licht ist, bleibt natürlich auch Schatten nicht aus.
Einführend erläutert Staiger zunächst die Gesetze und die Wirkungsweise von Licht und Schatten sowie die Möglichkeiten der digitalen Nachahmung zum Zwecke der Einbindung in Bildcomposings. Werkzeuge und diverse Ebenenmodi zur digitalen Erzeugung von Licht respektive Schatten werden in einem eigenen Kapitel vorgestellt – Stichwort “Dodge & Burn”.
Sehr interessant ist das Kapitel über den Einsatz von Strahlen und Lichtreflexen, insbesondere die Beschreibung der Erstellung eigener Pinselspitzen.
Vielleicht etwas kurz, aber dennoch wichtig ist der Teil zum Thema “Porträtlicht”. Der Titel des Kapitels ist meiner Meinung nach etwas irreführend, da es in der Hauptsache um Hautretusche geht. Viele Wege führen auch hier nach Rom bzw. konkret zu einem ausgewogenen Hautbild. Dieses Thema haben andere Autoren wie z.B. Calvin Hollywood aber schon besser und detaillierter beschrieben.
Ein weiteres Kapitel behandelt die Steigerung von Kontrasten. Auch hier hätte ich mir gewünscht, dass der Autor dem Thema ein paar weitere Seiten gegönnt hätte. Vielleicht hat er sich aber auch gescheut, sich beim “Master of Contrast” Olaf Giermann zu bedienen. Bessere Techniken als bei Giermann habe ich nämlich bislang noch nicht entdeckt. Dennoch will ich dieses Kapitel nicht in Bausch und Bogen disqualifizieren, denn besonders spannend erscheint mir Staigers kurze Abhandlung über Pseudo-HDR. Was das nun wieder sein soll, können sich nur Besitzer einer Photoshop CS5-Version erklären, denn dort findet sich die Möglichkeit einer “HDR-Tonung”. In einem meiner nächsten Blogeinträge werde ich diese Option der sehr schnellen und simplen Kontrastoptimierung anhand eines Beispiels vorstellen. Mehr verrate ich an dieser Stelle noch nicht. Nur soviel: Ich mag es!
Zum Schluss des ersten Buchteils erläutert Uli Staiger Einsatzmöglichkeiten von 3D-Lichtquellen. Zu diesem Thema muss ich gestehen, dass ich mich damit noch nie wirklich befasst habe. Allerdings bietet Photoshop Werkzeuge zur Anpassung bzw. Beleuchtung von 3D-Objekten, die mir durchaus interessant erscheinen.
Der zweite Teil des Buches besteht aus sieben Workshops zu einzelnen Meisterwerken von Uli Staiger. Konkret handelt es sich um die Bilder “Sommernacht”, “Balloonatic”, “Timewarp”, “Luftschiffer”, “Offshore”, “Wespen” und “Sky Train”. Zum Teil sind die Bilder auch auf dem Fotocommunity-Account von Uli Staiger zu sehen, leider stellenweise unter anderen Titeln. Die Entstehung dieser Bilder ist sehr ausführlich und nachvollziehbar beschrieben, so dass eine Übertragung der Techniken auf eigene Composings gelingt. Man kann die Originalbilder auch von A bis Z nachbauen, da die einzelnen Bestandteile auf der Website des Verlags online abrufbar sind. Viele Herangehensweisen wurden bereits in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben. Schritt für Schritt wird das Konzept und der Aufbau der Composings erklärt, Lichter und Schatten eingearbeitet und die Ebenen final zum fertigen Kunstwerk zusammengefügt. Ohne auf die Workshops im Detail eingehen zu wollen, ist das Buch allein deshalb für mich eine Kaufempfehlung.
Noch ein paar Worte zum Schluss: die Gliederung des Buches ist sehr übersichtlich, die Sprache prägnant und die Kapitel ausreichend bebildert. Ursprünglich hatte ich mir überlegt, das Buch unter den Bloglesern zu verlosen. Allerdings gefällt es mir nun doch so gut, dass ich es lieber selbst behalte. Ich denke, dass dies einiges über die Qualität des Buches aussagt. Es ist also nicht nur für Bildcomposer ein absolutes “must have”. Auch für den Otto Normalfotografen bietet es Tipps und Tricks, mit denen durch den gezielten Einsatz von Licht und Schatten bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden können.
Das Buch kostet € 44,95 und ist bei www.it-fachportal.de erhältlich.














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